Cartagena und Barranquilla

01.08.2016 – 04.08.2016

Als ich am Montag, den 1. August mit dem Flugzeug in Richtung Karibikküste flog, freute ich mich auf Sommer, Sonne, Strand und Meer.

Sobald ich den Flughafen in Cartagena verlassen hatte, rollten mir auch schon die ersten Schweißperlen das Gesicht herunter. Der sehr freundliche Uber-Fahrer brachte mich in mein günstiges Hotel, welches etwas außerhalb im Süden der alten Stadtmauern lag. Glücklicherweise konnte ich meine Ausrüstung für kalte Tage in der Wohnung von Angelica und Juanita lassen und musste somit in den kommenden Wochen nicht mein ganzes Gepäck mit mir herumtragen. Nach dem Einchecken betrat ich mein Zimmer und bekam einen Schock. Da die Außentemperaturen bei um die 35 Grad Celcius lagen, wurden die Zimmer konsequent auf 18 – 20 Grad Celcius heruntergekühlt. Für Entspannung sorgte dieser Temperaturunterschied natürlich nicht gerade. Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg, um planlos durch das historische Stadtzentrum zu laufen und die sehr touristisch geprägte Stadt auf mich wirken zu lassen. Lustigerweise traf ich auf zwei Freunde von Angelica. Wir hatten uns in Bogotá kennengelernt und liefen uns nun völlig unwissend über den Weg. Zufälle gibt´s. 🙂 Zum Dinner besuchte ich ein vom Uber-Fahrer empfohlenes Restaurant, bestellte einen sehr ordentlichen kolumbianischen Teller und gönnte mir ein Bier der Marke „Club Colombia“. Ich ging früh schlafen und war bereit für den nächsten Tag!

Dieser begann sehr deutsch. Er startete mit einem durchaus ordentlichen Frühstück, welches im Zimmerpreis inklusive war. Anschließend (nach Auftragen von 5 Zentimetern Sonnencreme) lief ich zum Büro der „MarSol Transportes“, um meinen Bus nach Barranquilla am Folgetag zu buchen. Auf dem Weg dorthin machte ich an zwei gerade angekommenen Kleinfischern Halt und knipste die beiden stolzen Männer samt ihrem Fang vom Morgen.

Mit dem Busticket in der Tasche ging es für mich zum „Castillo de San Felipe de Barajas“, einer von den Spaniern während der Kolonialzeit erbauten Festung. Heute eine der Touristenattraktionen Cartagenas. Nachdem ich wohl jeden unterirdischen Tunnel der Burg erforscht hatte, zog es mich zurück ins Innere der Stadtmauern. Ich kam fotografietechnisch voll auf meine Kosten und auch meine Seele wurde mit der ein oder anderen Süßigkeit glücklich gemacht. 🙂

Cartagena bietet innerhalb der Stadtmauern sehr viele schöne, farbenfrohe Gassen zum Fotografieren und kleine Läden, in denen man kolumbianische Spezialitäten von der Küste sowie guten Kaffee probieren kann. Auch die zahlreich vorhandenen Plätze bieten Sitzmöglichkeiten für Jedermann und sind Schauplatz einiger Künstlervorstellungen. Die Jahreszeit hatte es allerdings in sich und so kratzte die Temperaturanzeige an den 40 Grad Celsius, im Schatten. Die sehr stickige Luft in den schmalen Straßen konnte die vielen Touristen jedoch nicht abschrecken und daher lag Cartagena preislich über dem Niveau der Hauptstadt. Am Abend genoss ich Spaghetti Carbonara in einem typischen, kleinen Restaurant dieser engen Gassen und fiel anschließend hundemüde ins Bett. 🙂

Am 03.08.2016 brachte mich ein gut klimatisierter Shuttlebus nach Barranquilla, die Heimatstadt meiner Lieblingskolumbianerin „Shakira“. 😀 Sobald ich im Hostel angekommen war, merkte ich allerdings schnell: „Hier geht nichts!“ Somit machte ich mich mit zwei weiteren Backpackern auf den Weg, um beim Supermarkt frische Zutaten für ein leckeres Abendessen zu kaufen (was mir im Endeffekt auch gelang!). Das britische Pärchen plante für die nächsten Monate eine ähnliche Reiseroute wie ich wodurch wir sofort auf einer Wellenlänge waren. Wir verbrachten den Abend auf der Terasse bei Karten und ein paar Bier. 🙂

Nachdem ich ausgeschlafen hatte, besorgte ich mir ein schnelles Frühstück im Supermarkt. Ich wollte gerne bis nach „Bocas De Ceniza“ also die Stelle, an der der „Rio Magdalena“ und die Karibik aufeinander treffen. Zuerst fuhr ich mit einem Bus. Dann stieg ich auf eine Rickshaw. Das klappte soweit auch alles bis zu dem Moment, an dem die FlipFlops des fröhlichen Tramplers rissen. Er versuchte sie zu flicken und passend zur südamerikanischen „do it yourself“ – Mentalität klappt es auch nach einer guten Viertelstunde. Auf dem Weg zum Ziel blieben wir noch gefühlte zehn Mal im Schlamm stecken und so wurde auch ich vom entspannten Fahrgast zum „do it yourself“ – Kandidaten. 😀

Kolumbien zeigte sich an diesem Tag von einer ganz anderen Seite. Der gesamte Weg war übersät von Müll. Müll soweit das Auge reicht. Zwischen den riesigen Bergen verliefen sich Hunde, Hühner oder Schweine. Auch der Rio Magdalena, der größte Fluss Kolumbiens, glich eher einer braunen Mocke. Es war bedrückend die armen Menschen in ihren Hütten am Straßenrand zu sehen und eine Erfahrung für sich, dass mein Fahrer sich am Ende über 10.000 Pesos (3 Euro) wie ein kleines Kind freute! Natürlich hatte er mir wohl den höchsten Stundenpreis seines Lebens auf´s Auge gedrückt. Auch auf der Tour kaufte ich ihm schon eine Flasche Wasser – da siegte wohl die Menschlichkeit.

Glücklicherweise lag direkt neben dem Hostel eine Pizzeria. Ich musste die Lobby somit noch nicht mal verlassen, um meine Bestellung abzugeben. Man, was war ich faul geworden. Nach zwei Pizzen (ja richtig, zwei Pizzen, so viel hatte ich bisher noch nie auf einmal gegessen) lag ich glücklich auf der Couch und schaute anderen Backpackern beim Playstationspielen zu. Am Abend raffte ich mich jedoch noch einmal auf und besuchte mit Antonius, einem Backpacker aus Australien einen Nachtclub namens „Calle 84“. Dort lernte ich das erste Mal die Grundschritte des Salsas und fiel am frühen Morgen hundemüde ins Bett. 🙂

Am nächsten Tag stand die Fahrt nach Santa Marta auf dem Programm. Ein Kleinbus von „MarSol Transportes“ holte uns gegen 13 Uhr am Hostel ab. Uns, das waren Antonius und ich. Wir hatten uns das „Masaya Hostel“ in Santa Martas Zentum ausgesucht und wollten dort für erst einmal unbestimmte Zeit einchecken.

Die Fahrt führte durch Armenviertel, immer entlang der Karibikküste in Richtung Norden. Der Fahrer schaffte es durch permanentes Anhalten (er kaufte sich bei seinen Pausen immer etwas zu Essen und zu Trinken) aus einer Stunde Fahrzeit, gleich zwei Stunden zu machen.

 

 

Bei einem Bremsmanöver flog meine halbvolle Wasserflasche von meinem Sitzplatz in der letzten Reihe bis zur Treppe an der Schiebtür des Busses. Als der Fahrer nun diese Tür öffnete und uns anbot auch etwas Essbares von den Straßenläden zu kaufen, kamen immer viele Kinder zum Bus, um uns eben genau diese Spezialitäten anzubieten. Davon abgesehen, dass niemand etwas kaufte, sackte ein junges Mädchen meine Flasche ein und präsentierte diese ihren Freundinnen, welche etwas abseits des Busses standen. Dann öffneten sie sie und teilten das Wasser freundschaftlich. Ich glaube bei diesem nachdenklichen Anblick kann ich die Gefahr ohne Bedenken eingehen in den nächsten zwei Stunden ohne mein Wasser auszukommen!

Und siehe da, ich bin gut in Santa Marta angekommen und werde Euch im nächsten Blogeintrag über die Tage im Norden Kolumbiens berichten.

Bis dahin, euer Weltentdecker Robin 🙂

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