Bogotá D.C.

24.07.2016 – 31.07.2016

Nachdem ich einen kurzen Zwischenstopp in Miami eingelegt hatte, war die Reise nach Kolumbien ebenfalls eine Reise zu einem neuen Kontinent. Kontinent Nummer 2 auf meiner diesjährigen Reise, Nummer 4 in meinem bisherigen Leben. Willkommen in Südamerika! 🙂

Das Flugzeug brachte mich von Fort Lauderdale nach Bogotá International El Dorado. Beim Einchecken in den USA musste ich erneut ein Rückflugticket buchen, welches ich mir allerdings nach der Immigration Control sofort zurückerstatten ließ.

Am Ausgang wartete Angelica schon ganz gespannt auf mich. Angelica ist eine ehemalige Austauschschülerin und besuchte für ein Jahr das Leibniz-Gymnasium in Remscheid. Seitdem wir uns kennengelernt hatten, blieben wir stets in Kontakt und ich konnte auf der diesjährigen Reise eine Freundin in Bogotá (Bundesland: Cundinamarca) sehr gut gebrauchen.
Beim Verlassen des Flughafens merkte ich zwei Sachen sehr schnell:
1. Es ist kalt. Verdammt kalt. Bogotá liegt in den Anden auf circa 2600 Metern Höhe und erreicht am Tag maximal 20 Grad. Ich war die letzten Wochen jedoch Temperaturen bis zu 35 Grad gewöhnt.
2. Es herscht Ordnung! Plötzlich trugen die Motorrad- und Rollerfahrer wieder Helme. Außerdem haben sich die Leute angeschnallt, ist ja verrückt! 😀

Um zu Angelica´s Appartment zu kommen orderten wir einen Uber. Dort angekommen lernte ich auch ihre Schwester kennen und packte erstmal in Ruhe meine Sachen aus. Leider bemerkte ich im Zuge dessen, dass ich mein iPhone nicht mehr finden konnte. Direkt schossen mir diverse Gedanken durch den Kopf. Ist es tatsächlich passiert? Wurde mir mein Handy geklaut? Wie ist das möglich? Ich hatte es doch die ganze Zeit in meiner Bauchtasche. Oder doch nicht? Stimmt, ich hatte es im Uber in der Hand! Es muss im Uber liegen! Sofort riefen wir den Fahrer an und er bestätigte nach ein paar Minuten: „Ich habe dein iPhone, alles gut.“Auf diesen Schock mussten wir erstmal ein Pinnchen von meinem mitgebrachten deutschen Jägermeister trinken. 😀
Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls in den von mir bereisten Ländern unermesslich hoch ist. Dementsprechend habe ich mich damit abgefunden, dass mir während der Reise Wertgegenstände entwendet werden. Dennoch war es ein Schock, da dies dann schon extrem clever hätte angestellt werden müssen. Einen Termin zur Übergabe meines Handys und des Finderlohns zu vereinbaren war schwierig. Südamerikaner haben es nicht so mit Termineinhaltungen. Außerdem wird viel gelogen und sich an keine Rücksprachen gehalten. 3 Tage später und nach gefühlten 20 Telefonaten war ich jedoch endlich wieder im glücklichen Besitz meines iPhones.

Am Nachmittag des Ankunfttages trafen wir ein paar Freunde von Angelica. Wir machten uns auf den Weg in den Osten von Bogotá und damit immer bergaufwärts. Nachdem wir über die Kuppe fuhren zeigte sich die Umgebung Bogotá´s von einer ganz anderen Seite. Grüne, saftige Wiesen und mit Bäumen bewachsene Berge so weit das Auge reicht. Bei mir machten sich übrigens die 3300 Meter ziemlich deutlich bemerkbar, sodass ich froh war am Abend nach dem Schock wegen des Handys und dem Konsum von circa 5 Litern Wasser im Bett zu liegen. 🙂
Zu dem Höhenunterschied (Miami Beach liegt auf Seelevel und Bogotá auf circa 2600 Meter Höhe) gesellte sich noch der Temperaturunterschied. In der Nacht bemerkte ich, dass Bogotá auf circa 10 Grad abkühlt. In Miami Beach war es nachts bei 28 Grad noch angenehm warm. Schlafen im Kapuzenpulli, das hatte ich schon seit dem Roadtrip mit Björn nicht mehr. 😀

 

 

Im Laufe der folgenden Tage konnte ich viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Ich habe Einblicke in das Leben meiner kolumbianischen Freunde erhalten und zugleich die Touristenhotspots abgecheckt.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Aussichtspunkt „Monserrate“. Nachdem man das völlig überteuerte Ticket erworben hatte, ging es mit einem Cable Car auf den Hausberg Bogotás. Oben zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite und dennoch wurde einem beim Anblick der Metropole echt mulmig. Viel zu viel, von allem – so mein Fazit. Der Lärmpegel ist der absolute Wahnsinn und übertrifft alle anderen Eindrücke!

 

 

Im Osten dieser riesigen Stadt liegt das historische Zentrum Bogotás. „La Candelaria“ bietet Platz für Künstler, Designer und Gastronomien. Im angrenzenden Viertel findet man Gebäude der kolumbianischen Regierung und prachtvolle Herrenhäuser übertreffen sich am „Plaza de Bolivar“. Das „Museo del Oro“ liegt am Ende der neu erfundenen Fußgängerzone „Carrera 7“. Für nur einen Euro Eintritt definitiv einen Ausflug wert! Es gab einfach zu viele Unfälle im Zentrum und so wurde die Straße kurzerhand für Fahrzeuge gesperrt.

Bei meinen beiden Besuchen dieser Area kam ich auch kulinarisch voll auf meine Kosten. Neben meinem kolumbianischen Lieblingsgericht „Ajiaco“ (Hühnersuppe mit verschiedenen Kartoffelsorten und Maiskolben) konnte ich zum Nachtisch zudem noch eine „Oblea“ (zwei Waffeln mit süßer Füllung in der Mitte) ergattern. Das war echt super, super lecker! 🙂

 

 

Erwähnen möchte ich noch das Viertel „Usaquen“, eine Nachbarschaft in denen die Hippies ihre selbstgemachten Tücher, Schmuckstücke und anderweitige Kunstwerke auf den Straßen präsentieren und diese Märkte mit feucht fröhlicher Stimmung zelebrieren. Angelica und ich haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, bei DER kolumbianischen Brauerei „Bogotá Beer Company“ ein Bier zu trinken und genossen die angenehme Stimmung im Viertel.

Auch der „Parque 93“ im seriösen Geschäftsviertel „Chicó“ lädt zum Verweilen ein und bietet mit einer Filiale von „Juan Valdez“ erstklassigen Kaffee aus dem Herzen Kolumbiens.

Wer die Nacht zum Tag machen will, dem empfehle ich die „Calle 85“ – eine Straße, welche vergleichbar mit der Reeperbahn in Hamburg ist. In dieser Area wird jedoch noch ausgelassener gefeiert als auf Hamburgs Partymeile. Übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum machen die Gegend unsicher und die kolumbianische Polizei lässt dem wilden Treiben augenscheinich freien Lauf. Ein Glück, dass ich kein einziges Mal mein iPhone dabei hatte. Es wäre wohl nicht noch ein zweites Mal gut gegangen.

 

 

Als Highlight meines Aufenthaltes besuchten wir das Elternhaus der beiden Mädels in der 4 Busstunden entfernten Stadt Tunja. Die grundsätzlich 5 bis 10 Grad wärmere Stadt Tunja (Bundesland: Boyacá) liegt nordöstlich der Hauptstadt. Eine sehr liebevolle Familie integrierte mich in nur zwei Tagen in das typisch kolumbianische Leben. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so viel verschiedenes Essen und Trinken in so kurzer Zeit auf dem Teller hatte. 😀

Am zweiten Tag ging es mit der kompletten Familie zur Verwandtschaft nach Vélez (Bundesland: Santander). Auf dem Weg dorthin hielten wir bei einem Restaurant, welches direkt an der Straße lag und sich nur durch die Qualität und den Preis von den sehr typischen Straßenständen in Kolumbiens Städten abhebte. Da der Familienvater die Angestellten wohl sehr gut kannte, stand ich kurzerhand für ungelogene 15 Minuten in der Küche und schaute den flinken Fingern beim Arbeiten zu. Ich kam aus dem Probieren der verschiedenen Spezialitäten gar nicht mehr heraus und das kolumbiansche Bier „Club Colombia“ schmeckte mir ebenfalls sehr gut. Auch die Verwandtschaft empfing mich mit einer unglaublichen Gastfreundschaft und bescherte mir einen weiteren tollen Tag mit interessanten Eindrücken. 🙂

 

 

Bevor es für mich am 01.08.2016 mit dem Flugzeug der Avianca Airlines nach Cartagena ging, möchte ich mich auf diesem Wege noch einmal ganz ausdrücklich bei meinen Freunden in Bogotá bedanken. Es war eine sehr schöne und interessante Zeit mit wertvollen Eindrücken und Erkenntnissen über das Leben in einer solch riesigen Metropole. Ich freue mich Euch eines Tages in Deutschland zu empfangen, aber vor allem selber in die kolumbiansche Hauptstadt zurückzukehren! Bis dann! 🙂

Euer Robin

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