Isla de Ometepe und San Juan Del Sur

14.07.2016 – 19.07.2016

Die „Isla de Ometepe“ ist eine Insel im größten See Zentralamerikas. Sie besteht aus 2 Vulkanen, dem „Volcán Concepción“ und dem kleineren „Volcán Maderas“ und wird von knapp 30.000 Menschen bewohnt. Für mich ging es von Granada per Shuttle nach San Jorge. Von dort aus brachte mich ein Schiff nach Moyogalpa, wo ich erneut in einen Microbus umstieg, um zu meinem Hostel zu kommen. Im Vorfeld buchte ich zwei Nächte im „Hostel Little Morgan’s“.

 

Dort angekommen erwarteten mich bereits die Angestellten des Hostels, welche mir zur Begrüßung ein Bier überreichten. Dieses durfte ich allerdings nicht gemütlich trinken, nein, viel mehr sollte ich mit ihnen die übliche Prozedur „Shotgun“ durchführen. Hierbei wird der Bierdose am unteren Teil ein Loch hinzugefügt und damit der Druck beim normalen Öffnen des Kopfes erhöht.
Im Endeffekt benötigte ich somit 4-5 Schlücke, um diese Dose Bier zu leeren. Des Weiteren wurden mir noch einige Regeln für das Hostel erläutert. Mir wurde schnell bewusst, dass sich hier so ziemlich Alles um eine Sache handelt: Das gute alte Bier! 😀

 

Am Nachmittag ging es für mich mit Mitch, einem Kanadier aus Calgary, zur „Ojo de Agua“ Diese ist eine der Sehenswürdigkeiten dieser Insel, kann man hin, muss man aber nicht. 🙂
Abends genossen wir das „Family Dinner“. Dies gibt es in vielen Hostels und ist eine Art Rabattaktion für alle Gäste, die sich auf eine Liste schreiben und somit gemeinsam zu Abend essen. Das Essen im „Little Morgan’s“ war ein absoluter Traum!

Für den nächsten Tag mieteten sich ein paar andere Backpacker und ich uns fahrbare Untersätze, um die Insel zu erkunden.
Mein Motorrad war definitv das neuwertigste von allen und so konnte ich an nur einem Tag Motorradfahren lernen! 😀 Wir fuhren zu einem Wasserfall, welcher beim kleineren Vulkan lag und erklommen die letzten Höhenmter per Fuß. Das sehr feuchte Klima machte uns ordentlich zu schaffen und so waren wir froh, endlich das knappe 180 Meter herunterprasselnde Wasser des „San Ramón Waterfalls“ als Dusche benutzen zu können. Der Wasserfall hat es mir angetan – den gesamten Tag fand ich echt toll!
Abends gab es erneut ein sehr leckeres Abendessen und der Tag wurde mit einem Bier abgerundet. 🙂

 

Am kommenden Tag hieß es bereits Abfahrt. Das eigentlich geplante Wiedersehen mit Gabe in San Juan Del Sur kam aufgrund seiner anderen Reiseziele nicht zustande. Ich schmiss meinen Plan somit komplett um. Ich war schon etwas traurig das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis im Hostel auf der Insel zu verlassen. Nichts desto trotz machten wir uns mit einer großen Gruppe auf den Weg nach Granada, um von dort aus per Shuttle ins „Treehouse Hostel“ zu kommen.

 

Das „Treehouse Hostel“ liegt im Nichts. An einem Hang gebaut muss man die letzten 300 Meter zu Fuß überwinden. Geschlafen wird in einem 20 Personen Schlafsaal oder in Hängematten. Ich hatte Glück und konnte mir ein Bett sichern. Nachts sagten mir Affen, Skorpione und Schlangen gute Nacht und im Gebälk herrschte ein großer Verkehr von Spinnen jeglicher Art.
Willkommen im Dschungel. 😀

 

Am Hostel angekommen wurde mir deutlich, dass ich auf der Fahrt hierher besser etwas Sonnencreme benutzt hätte. Schlagartig wurde mir schlecht und ich bekam Kopfschmerzen. Nach einem 90 minütigen Powernapping und gefühlten 3 Liter Wasser ließ ich mir die Party auf der rund 70 Meter höher gelegenen Ebene allerdings nicht entgehen. Getrunken habe ich jedoch nur Wasser! 😀

Nach der stark benötigten Nacht packten wir erneut unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg. Das heutige Ziel hieß San Juan Del Sur im Süden Nicaraguas. Dort angekommen suchten wir eine gute Stunde nach einem Hostel. Ich schwitzte aus allen Poren, das war echt keine lustige Angelegenheit! 😀

2016-07-22 09.52.25

 

San Juan Del Sur ist DER Surfort in Nicaragua und bekannt für seine ganztägigen „Sunday Funday“-Parties an jedem Sonntag. Durch diese Tatsache waren unzählige junge Touristen aus aller Welt auf der Suche nach einem Hostel. Schließlich fanden wir ein Hostel zu einem vernünftigen Preis. Da die Afterparty von „Sunday Funday“ jedoch schon in vollem Gange war und dennoch ein hohes Eintrittsgeld verlangt wurde, entschlossen wir uns den Tag in einer Bar gemütlich ausklingen zu lassen. Mein Highlight an diesem Tag war das verdammt leckere Essen von der Straße. Der unter Backpackern sehr empfohlene Stand bietet für wenig Geld ein sehr gutes Abendessen! 🙂

 

Am nächsten Morgen gönnten wir uns ein schickes Frühstück in einem Cafe. Der Abschied von der Gruppe fiel mir schon recht schwer. Die letzten Tage haben wir unfassbar viel Spaß zusammen gehabt und hilfreiche Tipps und Ideen ausgetauscht. Ich freue mich jetzt schon die Jungs und Mädels einmal wiederzusehen. Egal ob in Kanada, in den USA, in Italien oder in der Schweiz. 🙂
Ich wechselte ins „Holla Ola“ Hostel und buchte vorerst nur eine Nacht.
Bei strahlendem Sonnenschein machte ich mich auf den Weg zur „Cristo Del La Misericordia“, einer Statue die an „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro erinnert. Oben angekommen schlug das Wetter jedoch schlagartig um. Ich wurde ungelogen samt Unterhose nass. Den Ausflug hatte ich mir etwas anders vorgestellt. 😀

 

Mein Ziel war es, am übernächsten Tag nach Bogotá, Kolumbien zu fliegen. Ich versuchte online einen Flug zu buchen, was aus irgendeinem Grund jedoch nicht klappte. Kurzerhand entschloss ich mich somit am nächsten Tag in Richtung Grenze zu Costa Rica aufzubrechen. Ich schloss mich zwei Mädels an, welche zum Flughafen nach San José fuhren wollten.
Der problemlose Grenzübergang nach Costa Rica und die anschließende sechs stündige Busfahrt zum Flughafen in Costa Ricas Hauptstadt machten mir Hoffnung, dass der heutige Tag besser wird. 😀

Am Flughafen angekommen wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Ich hatte zwei Möglichkeiten.
Möglichkeit A: Den nächsten Flieger nach Bogotá hätte ich am darauffolgenden Tag um 10 Uhr nehmen können. Dementsprechend hätte ich eine Nacht am Flughafen verbringen müssen. Da dieser jedoch auf gefühlte 10 Grad runtergekühlt wurde und ich schon nach einer guten Stunde Aufenthalt meine Winterjacke anzog, war diese Möglichkeit eher unattraktiv. Außerdem hätte ein Flug von San José ein Vermögen gekostet.
Möglichkeit B: Mir kam die Idee erneut nach Miami Beach zu fliegen. Was verrückt klingt, ist im Endeffekt wirtschaftlich recht sinnvoll. Von Miami International oder Fort Lauderdale werden täglich mehrere Flüge nach Bogotá durchgeführt, wodurch der Preis eines solchen geringer ist. Der nächste Flieger nach Miami ging um 1 Uhr nachts. Ich buchte ein Ticket und informierte Rob, dass ich ihn nach zwei Monaten Zentralamerika spontan besuchen komme.
Er freute sich und so nahm ich die Maschine mit Vorfreude auf South Beach! 🙂

Da mit diesem Flug das Kapitel Zentralamerika für mich beendet ist, möchte ich auf diesem Weg einen kleinen Rückblick für Euch schaffen. Die vergangenen zwei Monate waren anstrengend. Nicht nur, weil ich sehr viele verschiedene Orte mit unterschiedlichsten Menschen bereiste. Sondern auch, da die Kulturen zu unserer in Deutschland verschiedener kaum sein könnten.
Es fängt bei der nicht vorhandenen Termineinhaltung an. Dann spreche ich über die unfassbare Lautstärke auf den Straßen und während Unterhaltungen der Zentralamerikaner. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass es hier eben keine Straßenverkehrsordnung gibt. Helmpflicht? Was ist das schon?
Die Polizei kann ich im Notfall bestechen, wenn sie mich betrunken am Steuer erwischt. Alle drei Länder haben die Bezeichnung eines 3. Welt Landes vollkommen verdient.
Ich bin gefühlte 10 mal nur knapp dem Tod bei einem Überholmanöver entkommen.
Die vielen Stunden Laufen in die falsche Richtung hätte ich mir auch ersparen können, wenn die Menschen in diesen Ländern ehrlich wären. Anstatt zu sagen, sie wüssten den Weg nicht, verweisen sie dich lieber in eine völlig falsche Richtung.
Ich könnte noch einige weitere Punkte nennen, die für mich als Deutschen eher unbegreiflich sind. Im Endeffekt muss man jedoch sagen, dass es klappt.
Irgendwie und natürlich mit eben nicht diesen geordneten Zuständen wie zum Beispiel im schönen Deutschland. Ob die Menschen durch die von mir kritisierten Punkte unglücklicher sind, ich glaube es kaum. Vielmehr haben sie es akzeptiert und leben dementsprechend vor sich hin. Die vielen tollen Erfahrungen und Erlebnisse in den vergangenen Wochen will ich defintiv nicht missen! Im Gegenteil, es war für mich persönlich extrem wichtig eben diese Kehrseite der Medaille kennenzulernen und ich bin dankbar, diese drei Länder besucht zu haben!

Im nächsten Blogeintrag werde ich Euch von meinen ersten Tagen in Kolumbien berichten. Ich freue mich schon sehr auf dieses vielfältige Land und bin gespannt, welche Erfahrungen auf mich warten!

Liebe Grüße nach Deutschland.

Euer Robin 🙂

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