El Salvador

30.06.2016 – 03.07.2016

Dass ich mich eines Tages doch in diesem Land aufhalte, hätte ich wohl nie gedacht. Hauptsächlich ist das der Überzeugungskraft von Carlos geschuldet und dem Verlangen, möglichst viele Länder der Welt zu bereisen.

El Salvador grenzt zudem süd-östlich an Guatemala und ist von Guatemala City nur 2 Autostunden entfernt. Man könnte sagen, dass es sei als würde man mal eben nach Holland fahren, um ein paar Streusel und Vla einzukaufen. Man könnte aber auch über die unfassbar schlechten Straßenverhältnisse informieren, die kaum auszuhaltende Schwüle bei circa 35 Grad und die chaotische Situation an der Grenze zwischen diesen beiden sich hassenden Ländern. Ihr seht, ich schwärme von diesem Land (Achtung: Ironie!).

Um Euch jedoch den Hintergrund mitzuteilen, fange ich erst einmal ganz vorne an.

Carlos plante mit ein paar Freunden für 4 Tage nach El Tunco zu fahren. Keine schlechte Idee, denn diverse Foren im Internet deuteten darauf hin, dass dieser Küstenort DER Ort schlechthin in El Salvador sei. Zum Surfen, zum Feiern oder aber auch zum günstig Essen.
So ging es mit Carlos und ein paar Freunden nach Playa San Diego, einem Strand südlich von El Tunco. Wir hatten dort für 3 Nächte ein Strandhaus gebucht, welches Platz für 10 Leute bot. Das Haus war wunderschön! Die Aussicht aus Carlos‘ und meinem Zimmer war der absolute Wahnsinn! Wir blickten auf ein paar Palmen und den sich dahinter versteckenden Pazifik! 🙂


Abends spielten wir Beerpong und genossen die noch immer warmen Temperaturen am Strand. Tagsüber war es kaum auszuhalten. 36 Grad Celsius und eine wahnsinnige Schwüle.
Ja, auch der Sommer am Strand kann sehr anstrengend sein! 😀

Das Deutschland-Spiel gegen Italien schauten wir in einem klimatisierten Restaurant in El Tunco und schlenderten danach durch die verschiedenen Bars. Auffällig waren die niedrigen Preise.
So kostete ein Bier durchschnittlich 1,20 Euro, wogegen man in Guatemala mit circa 2,50 Euro rechnen muss. In El Salvador zahlt man übrigens mit US-Dollar und so war ich am Anfang das ein oder andere Mal für ein paar Sekunden verwundert, wieso denn das Essen so billig sei.
Dabei war es einfach nur in Dollar und nicht in Quetzales (Währung in Guatemala) ausgeschrieben. 😀

Das Fazit meines El Salvador Aufenthaltes: Kann man hin, muss man aber nicht!

El Tunco bietet viele Möglichkeiten zum Essen und Trinken. Für richtige Parties ist dieser Platz allerdings nicht geeignet. Ebenso muss man sich Gedanken über die Rückreise zum Hostel oder Hotel machen, wenn man abends etwas trinken möchte und/oder nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist. Die Benutzung eines Taxis ist nicht möglich, da es einfach keine Taxis gibt. 😀

Des Weiteren sind die Straßen unglaublich schlecht. Wer hier keinen Geländewagen oder PickUp fährt, hat eigentlich schon verloren. Die Autofahrer sind nach 20 Uhr zu 80% betrunken, was bei der korrupten Polizei nicht viel ausmacht. Wenn man angehalten wird, schlägt man vor die ganze Sache vergessen zu lassen und kommt so gut wie immer damit durch.
Der Preis dafür: 50 bis 60 Dollar!

Das Land El Salvador passt in allen Belangen in die Kategorie dritte Welt. Die riesigen Müllberge lassen selbst die eigentlich sehr schönen Strände untergehen und eine Infrastruktur (öffentliche Verkehrsmittel, Müllentsorgung, Sozialsystem, etc.) ist schlichtweg nicht vorhanden.
Ich habe unzählige Kinder bei der Arbeit beobachtet, teilweise echte Knochenarbeit auf der Baustelle, teilweise aber auch „nur“ einfache Getränkestände am Straßenrand. Ob man diesen Kindern etwas abnehmen soll, ich weiß es nicht. Ich glaube es ist ein Teufelskreis aus dem diese Kinder nicht mehr herauskommen. Auch weil es manchmal einfach nicht anders ging, habe ich dort das ein oder andere Getränk gekauft. Das mulmige Gefühl beim Anblick dieser Zustände besteht immer noch, auch wenn ich mich nun schon ein paar Wochen in der dritten Welt aufhalte. Es ist recht schwierig zu verstehen und besonders zu akzeptieren, dass die Welt dieser Kinder hier nicht wie in Deutschland ist.
Während wir uns in Deutschland über G8 oder G9 die Köpfe zerbrechen, laufen unzählige verwahrloste Kinder durch El Salvador und betteln um Trinken an der roten Ampel. Natürlich war mir bewusst, dass diese Anblicke auf meiner diesjährigen Reise auf mich zukommen werden. Auch aus Indonesien im letzten Jahr kannte ich schon Einiges davon. Wenn dann aber ein maximal 10 jähriges Kind vor deinem Autofenster steht und dich mit seinen großen dunklen Augen anstarrt und dabei die völlig verätzten Hände ausstreckt – was machst du dann?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s