Horseshoe Bend und der Sternenhimmel

26.03.2016, 146 gefahrene Meilen

Der Ostersonntag naht! Daher machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum örtlichen Walmart, um Lebensmittel für unser eigenes Osterfest einzukaufen. Auf dem Einkaufszettel standen Eier, sowie ein ordentliches bratenähnliches Stück Fleisch!

Im Vorfeld der Reise hatte ich sehr sehr viele Fotos bei Instagram gesehen, auf denen Horseshoe Bend abgebildet war. Egal wie talentiert der Fotograf wohl gewesen sei, es sah immer super spektakulär aus! Und nun stehen wir dort. Auf einem ungesicherten Vorsprung, welcher uns die Sicht auf den 300 Meter tiefer gelegenden Colorado River ermöglicht. „Absoluter Wahnsinn“ denken wir beide uns und zeigen uns gegenseitig die verrückten Leute, die für das perfekte Foto auf drastische Art und Weise ihr Leben riskieren.

Horseshoe Bend ist ein hufeinsenförmiger Mäander des Colorado River und liegt in der Nähe der Stadt Page in Arizona. Das Aussichtsplateau ist über einen Fußweg erreichbar; ausreichend Parkplätze liegen am Highway 89.

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Während ich mich umsah fiel mir ein kleiner asiatischer Junge auf. Dieser war gerade mal um die 10 Jahre alt und hielt seinen Selfiestab mit iPhone on Top in die Höhe. Als ich 10 war, spielte ich mit den Barbies meiner Schwester, dealte Diddlblätter für sie auf dem Pausenhof und kletterte auf Bäumen in umliegenden Gärten. Für mich ist die aktuelle Entwicklung in der Welt eine sehr sehr bedenkliche…

Nach dem wirklich sehr eindrucksvollen Aufenthalt ging es für uns weiter zum Antelope Canyon. Diesen kennt Ihr vielleicht aus dem Film „127 Hours“ mit Hauptdarsteller James Franco. Hierbei handelt es sich um einen jungen Mann, welcher sich alleine mit seinem Mountainbike auf die Jagd nach Adrenalin begibt. Beim Klettern in den sehr engen Spalten des Canyons wird einer seiner Arme von einem schweren Stein eingeklemmt – sein Überlebenskampf beginnt.

Wahrscheinlich nicht ganz so viel Adrenalin verspührte Björn bei seiner Tour durch eben diese Slots. Das Ticket war mir im Hinblick auf die noch bevorstehende Reise zu teuer und so nutzte ich die Zeit um eine Menge Papierkram im Camper zu erledigen.

Die anschließende Fahrt Richtung Bryce Canyon war vegetationstechnisch sehr interessant. So kamen wir aus einem sehr trockenen Gebiet mit roten Felsen an vielen Wäldern vorbei und wunderten uns über den zunehmenden Schnee am Straßenrand. Natürlich nahm die Temperatur dementsprechend ab.

Auch hier hatte uns die KOA-Map (Kampgrounds of America) unseres Vermieters etwas im Stich gelassen und so geschah es, dass wir plötzlich mitten im Nichts einen Campground hatten mit naja, sagen wir etwas ungünstigen Bedingungen.

Es sollte diese Nacht -8 Grad Celius werden und wenn wir Geräusche hören sind das Kojoten und Elche (richtig, ein Verlassen des Campers gleicht einer Mutprobe). Außerdem sprudelte das Frischwasser nicht, da die Leitung gebrochen war. By the way: das einzig andere Auto auf dem Campground verließ diesen circa 2 Stunden nach unserer Ankunft.

Dass wir anstatt den verlangten 25$ Gebühr nur noch 19$ dabei hatten und der Vermieter kein Kartenlesegerät hatte, machte die Sache zunehmend abenteuerlustig. Dafür hat er noch 2 Dosen Budweiser von uns bekommen und konnte diese dann mit seiner Frau trinken, er nannte es den „saturday deal“. 😀

Der Vermieter strahlte uns mit seinem nicht mehr vollständigen Gebiss an und empfahl uns, gegen 1-2 Uhr nachts den Sternenhimmel ohne jegliche Beleuchtung (Licht am Camper oder Taschenlampe) zu bewundern. Und wir taten dies und das war auch gut so! Wahnsinn! Noch nie habe ich so etwas gesehen! Der Himmel ähnelte der Kuppel über Springfield aus dem Film „Die Simpsons“ – die Sterne waren überall und sie hörten gar nicht mehr auf zu glitzern.

Bevor wir dies jedoch taten standen wir vor einem Problem. Das Wohnmobil darf bei Frost nicht länger als 12 Stunden im Freien stehen. Außerdem gefrieren die Leitungen inklusive Wassertanks und können platzen. Ein solcher Schaden hätte uns den gesamten Trip versaut. Also empfahl uns der Campgroundbesitzer, das Wasser die Nacht über laufen zu lassen und durch die Heizung die entsprechende Wärme für das Wohlbefinden unseres Rangers zu erzwingen.

Gesagt – getan, Heizung auf angenehme 21 Grad Celsius gestellt, den Wasserhahn leicht auf Durchfluss gelassen und Ohrstöpsel gegen die Geräusche von draußen und drinnen eingesteckt.

Natürlich haben wir vorher den Abwassertank geleert, damit dort genug Platz ist für das fließende Wasser in der Nacht – wir haben ja schließlich beide Abitur. Leider mussten wir die Plörre ins freie laufen lassen da der Deckel zum unterirdischen Abwassertank natürlich bereits bei Ankunft festgefroren war. 😀

Zum Abendessen gab es übrigens Pasta Tuna made by Björn.

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